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Wie sehr sehnen wir Eltern der windelfreien Zeit entgegen!

In Anbetracht der Tatsache, dass wir unseren Nachwuchs rund 6.000 Mal trockenlegen, bis er sein Geschäft selbstständig auf dem Töpfchen oder dem WC verrichtet, ist uns das auch nicht zu verübeln. Da ist es auch kein Wunder, dass manch einer von uns möglichst früh mit der Sauberkeitserziehung beginnen möchte.

Doch Experten warnen vor einem zu frühzeitigen Töpfchentraining. Denn zum Sauberwerden braucht es eine gewisse Reife, die jedes Kind individuell erlangt.

 

Unterstützen und nicht Überstürzen

Jedes Kind ist ein Unikat, das einem ganz eigenen Rhythmus in seiner Entwicklung folgt.

Somit ist klar: Es gibt kein Patentrezept für das Trockenwerden. Es kann Kindern nicht „antrainiert“ werden, sondern muss von ihnen selbst gewollt sein. Zu viel Druck ist kontraproduktiv: der Prozess des Sauberwerdes wird dadurch oft verlängert oder das Kind nässt nach einer längeren Trockenphase plötzlich wieder ein.

Wir „Großen“ müssen uns im Klaren darüber sein, dass der für uns so banale und einfache Toilettengang für unsere Kinder ein ziemlich komplexer Vorgang ist, der schlicht und einfach erlernt werden muss. Psychologen verwenden daher häufig den treffenden Begriff „Toilettenfertigkeiten“.

 

Wichtige körperliche Voraussetzungen

Schon allein aus rein anatomischer Sicht, muss das Kind eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht haben, um seine Ausscheidungen kontrollieren zu können. Die Nervenbahnen von Gehirn, Blase und Darm müssen ausgereift sein, damit unser Nachwuchs den Harn- und Stuhldrang überhaupt erst wahrnehmen kann. Dies passiert in der Regel im Alter von zwei bis vier Jahren. Wir Eltern merken es daran, dass den Kleinen die volle Windel plötzlich unangenehm ist und dass sie verstärktes Interesse an den Toilettengang der Erwachsenen zeigen.

 

Diese Zeichen sollten wir als Aufforderung für den Startschuss der Sauberkeitserziehung nehmen. Im Grunde ist das Trockenwerden eine „entwicklungspsychologische Phase“, die meist von ganz allein funktioniert. Denn im Alter von etwa zweieinhalb bis drei Jahren wollen Kinder immer selbstständiger sein. Bis dahin haben sie bereits eine Menge gelernt und können sich nun auf den Toilettengang konzentrieren.

 

Ein lockerer Umgang mit dem Thema Ausscheidungen hilft

Kinder sind von Natur aus sehr wissbegierig. Zudem sehen sie uns Eltern als Vorbilder an. Beides – Neugierde und Vorbildfunktion – sind bei der Sauberkeitserziehung überaus hilfreich.

Unserem Nachwuchs wird bald verstärkt auffallen, dass ihre Eltern, ältere Geschwisterkinder oder Freunde ihr Geschäft auf der Toilette verrichten und keine Windel brauchen.

Die Kleinen werden nun Fragen stellen: Was kommt da unten raus? Warum landet es in der Toilettenschüssel? Wohin wird es gespült? etc. Diese Fragen gilt es möglichst genau, ehrlich und natürlich altersgerecht zu beantworten. Etwa so: „Wenn wir etwas essen, geht es durch den Mund und landet im Bauch. Da bleibt es eine Weile und kommt dann unten wieder raus. Das kannst du auch draußen bei den Tieren sehen. Z. B. beim Hund der Hundehaufen oder bei der Kuh der Kuhfladen.“ Das kann man beim nächsten Spaziergang weiter thematisieren.

Wenn wir mit dem Toilettengang offen umgehen, die Badezimmertüren nicht verschließen und die Kleinen ruhig zugucken lassen, dann werden sie bestrebt sein, uns nachzuahmen.

Die Angst, die manche Kinder vor dem WC haben, verschwindet und das Interesse, es so wie die Großen zu machen, wächst.

 

Einen günstigen Zeitpunkt wählen

Gewöhnlich ist es so, dass Kinder zuerst in der Nacht den Mastdarm kontrollieren können. Wir merken es daran, dass das Baby plötzlich nachts kein Stuhlgang mehr hat.

Beim Pipimachen ist es anders herum: Tagsüber ist das Kind trocken, nachts braucht es aber noch eine Windel. In dieser Phase gilt es, den Nachwuchs gut zu beobachten. Wird er beim Spielen mit einem Mal zappelig, ist es ein klares Zeichen, dass er muss.

Da anfangs die Spanne vom Verspüren des Entleerungsdrangs bis zum „Müssen“ noch recht kurz ist, sollte immer ein Töpfchen griffbereit in der Nähe stehen.

Außerdem ist nun praktische Kinderkleidung angesagt, die sich schnell ausziehen lässt. Deshalb ist der Sommer auch eine gute Jahreszeit für die Sauberkeitserziehung. Denkbar ungünstige Zeitpunkte sind aufregende Gegebenheiten, wie die Geburt eines Geschwisterchens, Krankheit oder Umzug.

 

Eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen

Ob das Kleinkind ein eigenes Töpfchen bevorzugt oder lieber wie Mama und Papa auf die „grosse“ Toilette gehen möchte, ist von Fall zu Fall verschieden. 

Für beide Vorlieben gibt es im Handel ein umfangreiches Sortiment an Toilettentrainern und Töpchenmodellen. Wichtig ist, dass ein Atmosphäre geschaffen wird, in der sich das Kind wohl fühlt. So sollte der Ort, an dem die Toilette oder das Töpfchen steht, angenehm warm sein.

Ein paar Bilderbücher sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt und sich das Kind genügend Zeit für den Toilettengang lässt.

Ruhe bewahren – auch wenn´s nicht auf Anhieb klappt

Wie bereits gesagt: Wann ein Kind aufs Töpfchen bzw. auf die Toilette gehen möchte, ist schlichtweg Typsache.

Unser Sprössling merkt sehr schnell, wie wichtig das Thema Trockenwerden für uns Erwachsene ist. Da kann es schnell passieren, dass sich die Sache zu einem Machtkampf entwickelt. Daher raten Experten: Ruhig bleiben und Nerven bewahren!

Erst, wenn die Toilettenfertigkeiten im fünften Lebensjahr noch nicht erlernt sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch sollte kein Drama daraus gemacht werden, wenn das Kind in der ersten Zeit ohne Windel nachts doch hin und wieder einnässt. Die Gründe hierfür sind meist recht banal. Oftmals trinkt das Kind vor dem Zubettgehen schlicht und einfach zu viel. Nur selten steckt Ernsteres dahinter, wie beispielsweise eine Blasenentzündung oder gar seelische Probleme.

Oftmals sind sogar die Gene schuld. Wurde ein Elternteil sehr spät trocken, passiert das auch beim Kind zu 45prozentiger Wahrscheinlichkeit.

Über die Autorin Michaela Schreier

Über die Autorin Michaela Schreier

Mein Name ist Michaela Schreier. Ich bin Baujahr 1973 und wohne mit Mann, Sohn und Hund in dem schönen Fachwerkstädtchen Duderstadt.

Das Schreiben spielt seit Kindesbeinen eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Mit meiner ersten Buchveröffentlichung im Jahr 2011 ging ein Traum für mich in Erfüllung. Seitdem ist mein Schreibfluss nicht mehr zu stoppen! Vier Kinderbücher habe ich im Fabuloso Verlag veröffentlicht, zudem zahlreiche Beiträge in verschiedenen deutschen und österreichischen Anthologien.

Neben meiner „Bücherschreiberei“ bin ich als freie Texterin im Schreibbüro Frank Schreier tätig. Außerdem arbeite ich als pädagogische Mitarbeiterin und ehrenamtliche Lesepatin in den örtlichen Grundschulen. Diese Arbeit erfüllt mich sehr! Sie liefert mir immer wieder neue Ideen für meine Geschichten und lässt mich die Welt auch als Erwachsene mit Kinderaugen sehen.

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